Vergewaltigung

Oktober 28, 2015

Vergawaltigung

Meine Reise endet nicht
Wo des Jungen Bein erbrach
Deine Reise zweifelt nicht
Als wir geritten waren, vielfach

Gehe weg, du Schreckgespenst
Hast nichts, was du Deiner nennst
Willst nicht, dass Dich Deiner kennt

Unser Reise, nicht so leise
Wissen wir um jede Weise
Nicht ganz schwer, nicht ganz leicht
Wurde er uns angeeicht

Gehe weg, du Kunstverächter
Gibst ja nichts, wirst immer schlechter
Gemeiner, und ja doch nicht echter

Wir reisen hoch zum kessen Busen
Vergiss den Jungen nicht!
Aus deinen Augen rinnt nie Milch
Verhälst ja nie, was du gespricht …

A.E. 28.10.2015

for_i_have_seen_by_priestofterror-d5kulsk

Wahnkadenz

Oktober 26, 2013

[Spatenchöre; bleiern, gestochen]

Nach dem Hochgesang auf Gemüt und Geblüt
Folgte just herrlich unkeusche Mariengleichheit
Entheiligt zwar, doch bordeaux umtrieben
[Wagnerian’sches Pfeifen; kecker Infernokanon]

Die Grenadiere schlafen schon. Ihre Granaten auch.
„Dein Waffenrock ist mir zur Reue verpflichtet!“
Innerst sieht’s hoch droben die Gewaltenheilung
Bestiegen im zuckernen Asbestleibchen

Mein gramer Finger spuckt auf deine Ästhetik
Ich trenne ihn ab, frische dein Rouge auf
Sacke hinauf, kreuzige dein Nagelbett
Fahre jäh hinab – für jeden weisen Frevel.

[Momentium lacht Spott und Geifer.]

Wankelmut schlägt seiden in Gebeine
Unsre Rücken ersteifen
„Rostburg.“
Kausal.

[Ab.]

A.E. 26.10.2013

salute-girl

nⒶturligvis

Oktober 25, 2013

Einem Tropfen Wolfsmilch gleich
Gerinnen wir in schwerer Erde
Laben sie, ertrinken reich
Auf dass daraus ein Leben sterbe

Wir sollten’s doch erreifen sehen
Fackeln in die Klauen reichen
Als Futter unser Leben legen
Auf die Äste deiner Eichen

Zieh dich groß, sei Blut und Rache
Lass alle Häme von dir gleiten
Sei Taube, Fuchs, Katze und Bache
Nie gezähmt und nie begleitend

A.E. 25.10.2013

wolves2

Saaltag

Juni 28, 2013

Dia, Dia – folge Fingern und Zehen
Dia, lass uns übergehen!

Dia, Dia, Dia – man ist wohl recht vergnügt?
Dio mio! – Sieh, wie sich [All/Es] biegt

Aus dem Kosmos gespuckt
Hinein ins Fleisch
Gestirnen gleich
Leuchtet ihr als Komprimat

Wir sind hier nicht allein
Lass uns 2 Phalanxen sein!

Doch wo wir gingen, werden sie singen
Und wo wir lagen, wird man sich sagen
Und springen
Und morden
Und singen

A.E. 28.06.2013

Saaltanz

Heterogotterie

Februar 22, 2013

Kanonier! Dein Gott ist mir auf den Fersen
Kaum sah er züngelnd durch dein Auge
Schlägt der Wahn mir ins Gebein
Tröpfelt schale Unbill in Kontinente

Mörder! Omni zeigt sich deine Kirche
Nachdem wir unsre Fahnen brannten
Bin ich frei und sterbe ab
Speie Bregen auf dein Schuhwerk

Unikum! Dein Geschwisterkuss ist süß
Geheiligt wird, was Chaos schafft
Und ich zerschlage mein Kreuz
Lässt du mich an deinem beten

A.E. 22.02.2013

munch_med_doden

Entzeitigung

Oktober 20, 2012

Nicht mögt ihr koitale Inpomeranz
Doch sü[ph]isant Syphilis süffelnd
Zersteigt euch flehend dein Ihr
Erbrochener Geschmack im Komparativ

Nicht sagt ihr eure Tyrannei
Neu mit Tesla und viel Proviel
Tyranneu! Langobst und Magie
Steckt euch gegenseitig an! – die Wand

Begraben in Geschlechtsäckern
Gefunden nur in Träumen Fremder
Die Welt ist euch zu gern aus Fett
Und nihilistischen Imperativen

Nicht liebt ihr euch gegenseitig nicht
Um zweckdienlich und keusch zu sein
Um frivol mit Jade euch einzureiben
Doch irgendeiner Narbe zu folgen

Nicht denkt ihr an Körper
Nicht auch an Substanzen
Doch wohl an Kostüme und Figuren
Doch spielt ihr Egoismen

Wer von oben lebt,
Der stirbt von unten
Wer wandlerisch bleiben will,
heiligt sich blaphemisch!

A.E. 20.10.2012

[gras frz. Grass]

Juni 19, 2012

Dein Zunder funkt im Orion
Predigst Huren, gurgelst Nonn‘
Bist doch nur davongekomm‘
Hast dein Ego neu ersonn‘

Dein Heldentum ist verbrecherisch, weißt du das selber nicht?
Dein Ton verbessert sich? Mach‘ dich nich‘ lächerlich!
Du hast dich selbst gerufen, schlägst deine gold’nen Hufen
Und gleitest wie auf Kufen, fühlst dich dazu berufen

Ich glaube dir nicht, du bist glatt wie ein Aal
Mit allerallerletzter Tinte füllst du den Saal
Biedermeister, Sprücheklotzer, du bist Skandal!
Ohne Patina bist du eigentlich egal.

Land! Land! Land! Mensch, Mensch, Mensch,
– mit klerikalem Frevel den Anschluss verpennt
Willkommen in grothesker Selbstherrlichkeit
Vermummte Phrasen der Heuchelei

Verdunkel du
Mach‘ die Blöcke zu!

A.E. 26.05.2012

 

Wenn du durch deutsche Chimären schleichst
Und am Lebensabend ein Streichholz ziehst
Dich in Springers Gästebetten wiegst
Hat’s für Palästinas Freiheit doch nicht gereicht.

A.E. 19.06.2012

 

Bild

Ziehferkel ’42

April 14, 2011

Mit linker Hand hält’s sich die Kehle
Mit Rechter nur den Mund
Wird sich vom Herzensmute stehlen
Läuft zum Sendetermin rund.

Hat den drecken Besen gern im Hirn
Läuft gar grimmig mitt hinein
Sieht sich bald vorm Dreigestirn
Wird ein ewig Ferkel sein.

Ruß quillt aus dem dicken Specke,
Will, wie wir, nur freie sein
Liegt gemäß nur in der Wecke
Will sobald kein‘ Freiheit, nein.

A.E. 14.04.2011

Adieu la morale

April 6, 2011

Die Welt schaut stetig links und rechts
Auch in den Schein hinein
Verträumt die Ehren des Gefechts
Längst verlor’n an die Devoten
Den Wächtern der toten Despoten

Verrat beschlich auch längst das Buch
Will in Lein‘ gewickelt sein
Erkennt den Geist noch am Geruch
Fängt an zu schrei’n, muss sich bekoten
Im Blicke all der toten Despoten

Die Wahrheit gräbt im Menschenwald
Will mehr Wein, doch findet kein‘
Und aus der dürren Kehle schallt’s:
Ich bring‘ mir nichts, gehör‘ verboten!
Hinauf die Allee der toten Despoten

Der Teufel tanzt die Sarabande
Nicht nur dort, auch hierzulande
Und wer meint, dass der Schein trügt
Wird bedacht mit: das Schwein lügt!

A.E. 06.04.2011

Wir nähen

Oktober 23, 2010

Am Ächzen zu erkennen ist
Der Rost im rechten Arme
Und weil die Nadel hungrig wird
Stechen wir ins Kalte

Alle Leiber aneinander
So lässt sich rücklich leben
Was unbetrachtet sich gehört
Kann sich auch rücklinks töten

Die Spitze ist so stumpf …
Ich hör‘ die Nadel spritzen
Will sie an Säulen feilen
Nur, meine Leichen liegen.

Der Daumen drückt auf’s Öhr
Knospen sprießen bald
Blau wie jedes Äuge sieht
Wir nähen stet, doch bleiben jung.

Fetz an Fetzen, Leib an Leib
Keine Zeit für Menschlichkeit
Ich flick‘ zusammen, was gescheit
Vernäh‘ zu frühe Zärtlichkeit.

A.E. 23.10.2010

Die Verlorenen

Oktober 23, 2010

Wenn wir durch Amöben gehen
Schreit‘ man stolz mit Lust im Schrei
Und wenn wir uns in Metern seh’n
Geht man an sich heiß nur vorbei

Sich selbst ist man Amöben fern
Springt von einer gern zur nächsten
Sucht und sucht den Boden gern
Kennt kleinste und die höchsten



Im Irgendwann wird man sich sehen
Blühend sich zur Seite stehen
Im Joch der Masse sich verzeihen
Und wie Amöben Formen schreien.

A.E. 20.10.2010

Quasinus

Oktober 4, 2010

Am Anfang der Bananenfrucht
Stapft eine kleine Laus und sucht
Im Sande nach Verschüttetem

Und in der Senke angelangt
Versinkt ganz just die Laus und bangt
Um ihren Kopf, den büttenen

Im fernen Ende der Banane
Steckt eine Fahne
„Die Zerrütteten“

A.E. 04.10.20010

Der Grund

Dezember 2, 2009

Zwei Dekaden aus Glanz und Macht
Habt’s geschafft, weiß nun keinen Ort
Heiße Schönheiten, deine Fracht
Weiß von Dir mitnichten fort

Der dumme Grund, dem ich blutlos blieb
Der heiße Grund, nach dem ich strebte
(Auf zwei Böden wird’s mir nicht lieb)
War Erdengrund, auf dem ich lebte!

AE 02.12.2009

Die Schlimme

November 15, 2009

Rostig ist’s, das Pumpen unsrer Peristaltik
War so rosig nie, nie zuvor
Sind zum Gebären itzt angehalten
Bevor man seinen Tag verlor

Mit dem Kalender ging der Kalendergang, schlägt’s den Kalendergong
Mit dem Kalender ging der Kalendergang, schlägt’s den Kalendergong

Fahrig ist’s jähe Faserfühl – glo-, gla-, glimmend
Rupft mir gülden Sicheln aus, aus
Rein das Harmlos bejämmerlicht einnehmend
Schreit sich einer Schlimme aus …

Mit dem Kalender ging der Kalendergang, schlägt’s den Kalendergong
Mit dem Kalender ging der Kalendergang, schlägt’s den Kalendergong

A.E. 15.11.2009

cross

Ea, Fliehen!

November 4, 2009

Ziehe ich den Zelebrativ
Leg ihn ins heil’ge Hirngebein
Ist’s Ich euer heißer Stief
Der Sohnschwanz kreist um sich allein

Legt ihr ganz zelebratief
Weichen meine Stimmen ein
Ist: Die Weiche lief
‚S ‚Leinesein wird sich rein

Reißt das Wort – Zelebrativ!
Stopfet die Äbel in den Kain
Leid ist niemals relativ
Stieg man feiernd nur hinein

A.E. 04.11.2009

brain-damage

Bleimir

Oktober 31, 2009

Die Wiese ist mir jeher hold, bin stets gern ins Grün geschwommen
Strotzet sie vor Blei wie Gold, bin ich aus dem Moos gekommen
Wachs ich aus im Sonnenrausche, pflück ich alle Blüten bald
Was ich mit dem Leben tausche, reiche schnell, denn sie wird alt

Dem Lichte schenke ich mein Haupt, bin ein kopflos‘ Blümelein
Stoß‘ mit dem Hals ins dumme Kraut, gegossen in dein Blei hinein
So schmiegt sich mir kein Rasen an, sorgt für meine Auferstehung
Reich nicht an die Sonn‘ heran, bin so schwer in Niedergehung …

A.E. 2./31. 10.2009

geaest

Ein kleiner Zorn im Stuhl der Nacht
Bringt Blut und Gut in Einigkeit
Macht Morgen gelb, bricht, was sie macht
Ist im Heute prophezeit

Das kleine Weh im Gang des Jetzt
Staut kleine Zörne prophyliert
Lässt gestern sterben, da morgen hetzt
Wird im Jetzt schon malträtiert

Die kleine Angst im Schritt der Zeit
Wird gehäutet durch Entzweiung
Bricht nur, was schon längst entzweit
Dem Lästergestern zur Verzeihung …

A.E. 14.06.2006

mouth-open-huge307x379

Schweinwerfer

Oktober 29, 2009

Im heiß gewollten Schweinwerferlicht
Steht der Schweinwerfer – und sieht sich nicht
Wird beschwienen nur zum Schwein
Kann kein echter Schweinwerfer sein

Wird geblindet, trotz aller Blonden
Blendet plötzlich aus, lässt’s Schweinen onden
Hält seine Klappen, die Werfer nicht
Sie brennen – mit kraftvollem Licht.

A.E. 29.10.2009

stagelight

Höhlen

Oktober 22, 2009

Ramponiert und ausgeblutet
Schwitzt man, was geflutet
In Mühsal nur Äonen kroch
Spürt es in den Venen, doch

Geschleimter Wind pfeift her
‚Zählt von heißen Lügen sehr
Füllt die Stollen allerdings
Kerz‘ aus – rum und rings.

A.E. 22.10.2009

cave

Dem Feindt

Oktober 8, 2009

Ihr Haescher jedes guten Mannes Lohn und Brot und g’ringen Ranges
Zehrt aus allen Hosentaschen, die beinlange Kläge fassen
Tupft euch mit geschwitztem Scheine, allabendlich die Schnute reine
Auf den Mittelstaat, auf geringe Massen, wird sich alle Tag entlassen

Doch:

Ihr werdet euren Stolz begraben, euch am Speichelbache laben
Eurer Einigkeit entgehen, Triumphe in die Hälse sähen
Unser Pflicht Gefolge tun; geht verlustig allen Ruhms
Ins Grase beißen, wenn es sei, die Weise ist uns einerlei!

A.E. 08.10.2009

murder

Herbstgehacktes

September 25, 2009

Mit dem Sommer geht dahin, das rasch geliebte Findelkind
Eingehüllt in schüchtern Tüll, liegt’s der Länge nach im Müll
Als die Axt um Nähen schwang, als die Mutter Heimat sang
Hechelt hadernd Hämatome, hustet heuchelnd Axiome

Soll’s aufgelesen werden! Aus einem Haufen Scherben!
Der Sommer geht dahin, Es weiß gewiss wohin
Singts Beile unsrer heißen Zeit, wirst Du, Gelobtes, abgemeyt
Wirst bröckchenweis‘ vergraben, mit gotteslosen Opfergaben

Die Finderin heißt sich die Esse, auf dass sie aus den Schloten fresse!
Verkohltes, eignes Kinderhack, leckt sich gut wie Lodenlack
Der Finder schrie sich aus als Scheit, schlug Arm und Bein zur Herbsteszeit
Auf bittren Feuern lasst ihn reiten: gewolfte Zünglein des Gemeyten …

A.E. 25.09.2009

scherben2

Klaeglichler

September 21, 2009

Wie gäb ich meine Suende gerne
Faend mich in urweiter Ferne
Plavius gar weinerlich
Sterbend, siechend, ohne mich

Geschnuert um blanken Sinneswahn
Weisen ledig Zeilen an
Was leidlich hat zu sollen sein
Und nicht im sturen Kopfe mein.

A.E. 19.09.2009

mone2

Wie gäb ich meine Suende gerne

Faend mich in urweiter Ferne

Plavius gar weinerlich

Sterbend, siechend, ohne mich

Geschnuert um blanken Sinneswahn

Weisen ledig Zeilen an

Was leidlich hat zu sollen sein

Und nicht im sturen Kopfe mein.

A.E. 19.09.2009

Galanglanz und Kokskorona

September 17, 2009

Rosarote Leichentücher, eingeschwärzt in reges Gold
Lament, Lament – gezeihte Flücher
Im durst’gen Wust, doch Rost gewollt
‚Zeih ich blächer meinen kennt

Um Die Bälder juckt mich Kalm
Zieh herab, am feuchten Schwalm

Trotz Mir! Trotz Dich! Trotz Mir! Trotz Mich!

Um das Kniewerk einer Höhe
Speit nur Eigenlust die Mühe

Rosarote Kinderdecken, eingelegt in heißes Fett
Kommet! Kommet! – Stahlbachflecken!
Aus eiternativem Lustzerkauen siechend
Gibst Du Götter anti riechend …

A.E. 17.09.2009

Rost_Dose

Was nicht hier ist

September 10, 2009

Hier ist fort, es ist nicht dort
An keinem Ort, in einem fort

Nichts ist da, wo es einst war
Nichts ist wahr, Nichts ist da

Verschluckt die Pumpe, steil hinauf
Und Heil hinaus, in regen Sumpfe

Das Dach der Welt, sprossenweise
Große Weisen, hinaus geschellt

Dort ist nicht, hier auch Licht
Doch Dein Gesicht erleuchtet mich …

A.E. 10.09.2009

was_klein

Sprich!

August 30, 2009

Sitze nicht auf Deinen Worten
Klecker weg, was Du denkst
Sprüh‘ uns aus an allen Orten
Schenke mich, wie Du Dich schenkst

An allen Wänden will ich uns lesen
Die Moral den Arsch versohlend
Wir sind nie die Norm gewesen
Schreib uns auf zum Wiederholen!

A.E. 30.08.2009

eupho2