Wir nähen

Oktober 23, 2010

Am Ächzen zu erkennen ist
Der Rost im rechten Arme
Und weil die Nadel hungrig wird
Stechen wir ins Kalte

Alle Leiber aneinander
So lässt sich rücklich leben
Was unbetrachtet sich gehört
Kann sich auch rücklinks töten

Die Spitze ist so stumpf …
Ich hör‘ die Nadel spritzen
Will sie an Säulen feilen
Nur, meine Leichen liegen.

Der Daumen drückt auf’s Öhr
Knospen sprießen bald
Blau wie jedes Äuge sieht
Wir nähen stet, doch bleiben jung.

Fetz an Fetzen, Leib an Leib
Keine Zeit für Menschlichkeit
Ich flick‘ zusammen, was gescheit
Vernäh‘ zu frühe Zärtlichkeit.

A.E. 23.10.2010

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