Wir nähen

Oktober 23, 2010

Am Ächzen zu erkennen ist
Der Rost im rechten Arme
Und weil die Nadel hungrig wird
Stechen wir ins Kalte

Alle Leiber aneinander
So lässt sich rücklich leben
Was unbetrachtet sich gehört
Kann sich auch rücklinks töten

Die Spitze ist so stumpf …
Ich hör‘ die Nadel spritzen
Will sie an Säulen feilen
Nur, meine Leichen liegen.

Der Daumen drückt auf’s Öhr
Knospen sprießen bald
Blau wie jedes Äuge sieht
Wir nähen stet, doch bleiben jung.

Fetz an Fetzen, Leib an Leib
Keine Zeit für Menschlichkeit
Ich flick‘ zusammen, was gescheit
Vernäh‘ zu frühe Zärtlichkeit.

A.E. 23.10.2010

Es …

Oktober 23, 2010

… wird nie ein Ende geben!

Die Verlorenen

Oktober 23, 2010

Wenn wir durch Amöben gehen
Schreit‘ man stolz mit Lust im Schrei
Und wenn wir uns in Metern seh’n
Geht man an sich heiß nur vorbei

Sich selbst ist man Amöben fern
Springt von einer gern zur nächsten
Sucht und sucht den Boden gern
Kennt kleinste und die höchsten



Im Irgendwann wird man sich sehen
Blühend sich zur Seite stehen
Im Joch der Masse sich verzeihen
Und wie Amöben Formen schreien.

A.E. 20.10.2010

Quasinus

Oktober 4, 2010

Am Anfang der Bananenfrucht
Stapft eine kleine Laus und sucht
Im Sande nach Verschüttetem

Und in der Senke angelangt
Versinkt ganz just die Laus und bangt
Um ihren Kopf, den büttenen

Im fernen Ende der Banane
Steckt eine Fahne
„Die Zerrütteten“

A.E. 04.10.20010