TIOGS – We build today

Juli 30, 2009

Black Candy Records
2008
myspace.com/threeinonegentlemansuit

(Wird überarbeitet!)

The Mars Volta finde ich doof! Bzw. zu hyperinnovativlangweilig …

Also hab ich mir unverhofft Three In One Gentleman Suit angehört. Letztere kann man mit Erstgenannten zwar gar nicht vergleichen, originell sind sie trotzdem. Ohne Anstrengung.
Denn komponieren können die TIOGS zweifelsfrei nicht nur so, dass es dem Gniedel-Junkie gefällt, sondern durchaus auch offenen Gemütern aus der hoffentlich gelangweilten Indie-Kaschemme. Augenblicke, die beinahe Chart-tauglichen, ruppigen, freiluftigen Indie mimen, mengen sich ins große Mathbett ebenso ein wie besinnliche Momente. Dabei meint man – gewiss nicht unbeabsichtigt – häufig die Glorie Don Caballeros durchscheinen zu lassen und wirft allerlei Modernitäten zusammen, sei’s nun Post und Prog, Rock und sogar Pop.

Demnach schwer fällt’s mir als Schubladendenker, etwaige Ansätze zu finden, da das Album und die Songs durchaus lieddienlich sind, deshalb aber auch wieder Grenzen sprengen. Scheiße, bei “Torn hidden lost“ wollen sich sogar die Deftones raushören lassen. Und weshalb? Ob des Riffings und der Vocals. Dabei sind TIOGS weder Skater-Kram noch Nu Metal, Crossover oder irgendwas. Sie mögen sich schlicht für diese kurze Passage inspiriert haben lassen. Und sonst? Beinahe alles, das nicht irgendwo in „Extreme Metal“ oder extrem Scheiße endet, ist hier vertreten. So glänzt zB. “Among the Answers“ mit gehärteten Reggae-Vibes, welche sich nach nur kurzem Aufspiel übergeben müssen und den ganzen Song in ein regelrechtes/geregeltes Soundapokalypsum tunken.

“Shine back, shine back, shine back, Baby! When you shine I just can’t stare!“ (“The Colour is Gray“) – Eine Zeile, die auf Rockbühne geeicht scheint. Leidenschaftlichkeit drückt sich hiesig nicht lediglich durch anspruchsvolles Instrumentengepfriemel aus, sondern vor allem durch den liebevollen Wechsel zwischen rockigem FKK und trotzigem Proll-Prog. Zwar sind die Song-Arrangements prinzipiell recht ähnlich, so gibt’s doch kein stures Dogma: Ein seichter Clean-Part mag da schon nach Minuten in einer PostRock-Wand enden. Genauso darf mit schlicht auf Hypnose aufgebauten Schönheiten gerechnet werden: Wie “Seasons“, welches fast schon an Katatonia denken lässt. Oder “No End“, das taktvoll und weise an Battles gemahnt.

Ich bin ob der Vielfalt überfordert, denn dieses Album mutet nahezu perfekt an, um die Spitzen aktueller Rock-Grandeure auf den Eisberg zu schicken. Unglaublichlich vielseitig, absolut homogen, definitiv wichtig! Dabei sind’s nicht die beiden großen Musik-Exporteure unserer Zeit, die wieder und wieder und wieder und wieder und wieder als Quell aller guten Geschmäcker ausgewiesen werden. Nö, TIOGS sind Italiener: Fußball, Tragödie, Bestecherweltmeister, Pizza adé, Olive, Randale, usw. Three In One Gentleman Suit rufen musikalisch zur Verbrüderung auf. Ungewollt, nicht kitschig, ohne Ball, einfach nur mit Schmackes und Niveau.

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